Saisonzusammenfassung Skiverband Oberfranken – 2019/2020 Team U12/U10 Alpin

Mitte März endete für das U12/U10 Team Alpin des Skiverbands Oberfranken abrupt eine kurze, außergewöhnlich aufwandsintensive und leider fast schneelose, dennoch aber sehr erfolgreiche Rennsaison 2019/2020.

Nach abwechslungsreichem Sommerprogramm mit einem mehrwöchigen Muskelaufbautraining zur Verletzungsvorbeugung, einem zweitägigen Inliner-/Mountainbike-Zeltlager sowie Besuchen der Devalkartbahn am Hempelsberg, des Wildparks in Mehlmeisel, des Kletterwalds am Ochsenkopf und des Reitstalls in Schollenreuth – alles hauptsächlich in Kooperation mit dem Skiclub Münchberg – begann in der letzten Sommerferienwoche am 06. September 2019 bei überraschend guter Schneelage in Hintertux das Training auf Schnee. Bis zum Jahresende 2019 bestand die Möglichkeit zur Teilnahme an 6 Trainingseinheiten des Skiverbands Oberfranken mit insgesamt 20 Trainingstagen im Stubai- und im Zillertal. Darüber hinaus gab es die Option, sich an weiteren Trainingseinheiten des Skiclubs Münchberg zu beteiligen.

Musste man sich in den Herbstferien mit akutem Schneemangel und langen Wartezeiten an den wenigen, geöffneten Schleppliften des Stubaier Gletschers arrangieren, kämpfte man beim darauffolgenden Trainingswochenende mit den ungewöhnlich großen Neuschneemengen. Großes Glück hatten dabei alle teilnehmenden Familien am 17. November 2019 beim Abgang von mehreren Lawinen im hinteren Stubaital. Nach Einstellen des Liftbetriebs und aufgrund der Unpassierbarkeit der Gletscherstraße bzw. Sperrung des gesamten Stubaitals musste ein Teil der oberfränkischen Trainingsgruppe die Nacht unmittelbar im Skigebiet in Notunterkünften auf der Dresdner Hütte verbringen. Die Heimreise war nach mehreren Lawinensprengungen und Räumung der Straße erst am nächsten Tag möglich.

Unmittelbar nach dem Jahreswechsel eröffnete Leonard Herko vom Skiclub Gesees dann mit der Teilnahme am Kids Cup in Schöneck als einziger oberfränkischer Vertreter des Nachwuchsteams am 5. Januar 2020 erwartungsvoll die Rennsaison. Zu dem Zeitpunkt war noch nicht absehbar, dass durch das Ausbleiben des Winters ein regelmäßiger Trainingsbetrieb im Fichtelgebirge nicht möglich sein sollte. Tatsächlich konnte man wegen fehlender Schneeauflage zuhause nur am 30. Januar 2020 ein einziges Techniktraining – ohne Kurssetzung – am Hempelsberg durchführen. Auch wurden bis auf zwei Rennen im Thüringischen Steinach alle heimatnahen Rennen in Oberfranken (einschließlich der gesamten SVO-Cup-Serie), in der Oberpfalz, aber auch in Sachsen und Tschechien abgesagt. So musste das U12/U10 Nachwuchs-Team Alpin des SVO den Fokus auf Rennveranstaltungen im Bayerischen Wald oder im Bayrischen bzw. Tiroler Alpenraum legen und den damit verbundenen erhöhten Aufwand alternativlos in Kauf nehmen. Bis zum abschließenden Minstacher Rennwochenende am 07./08. März 2020 am Arber verzeichnete das Nachwuchs-Team des Skiverbands Oberfranken insgesamt 71 gemeldete Starter. 11 Rennläufer im Alter von 4 bis 12 Jahren nahmen an 21 Rennveranstaltungen teil. In Anbetracht des fehlenden Trainingsbetriebs zuhause und den wenigen Trainingstagen in den Alpen können sich die erreichten Platzierungen durchaus sehen lassen. Im Vergleich mit den südlichen bzw. alpennahen Ski-Gauen, mit Vertretern aus den großen etablierten Ski-Clubs z.B. aus Garmisch, Partenkirchen oder München hat sich gezeigt, dass die oberfränkischen Nachwuchsläufer in den Klassen U12/U10 stolz sein können auf das bisher erreichte Leistungsniveau und auch mit der überregionalen

Konkurrenz durchaus mithalten können. Bei insgesamt nur drei Disqualifikationen wurden bemerkenswerte 31 Podestplätze und sogar 14 Klassensiege erzielt, u.a. 6 beim Minstacher Rennwochenende am Arber, 4 beim Winzerer Pokalrennen im Bayerwald, 3 beim HWK-Cup in Oberaudorf und je ein Sieg beim Inngauer Mini-Unterberger-Cup am Sudelfeld und beim internationalen Kinderskirennen in Garmisch-Partenkirchen. Der Sprung nach ganz oben auf das Treppchen gelang dabei den Brosche-Brüdern Noah, Samuel und Leopold sowie den Kolb-Brüdern Ben und Finn – alle vom Skiclub Münchberg. Podiumsplätze konnten Leonard Herko vom Skiclub Gesess sowie Jannis Ellinger, Jaron Hertrich und Julius Flügel – alle vom Skiclub Münchberg – vorweisen. Als erfolgreichster Rennläufer der abgelaufenen Saison wurde Ben Kolb diesmal von Noah Brosche mit insgesamt 6 Klassensiegen abgelöst, während Jannis Ellinger mit 14 Starts die meisten Rennen bestritt, u.a. auch ein Rennen des Österreichischen Skiverbands in St. Johann. Mit bereits sehr guter Skitechnik auf sich aufmerksam machen konnten vor allem auch die beiden U6-Rennläufer Samuel Brosche und Finn Kolb, dem Reglement geschuldet, teilweise sogar mit bemerkenswerten Ergebnissen in der nächsthöheren Altersklasse. Einen umfangreicheren Rückblick auf die alpine Rennsaison 2019/2020 – auch mit vielen interessanten Presseberichten – gibt es auf der Internetseite des SVO (http://skiverband-oberfranken.de/category/alpin-news).

Die o.a. Zahlen belegen eindrucksvoll, dass sich einerseits der erhöhte Aufwand gelohnt, andererseits aber auch das Nachwuchsteam des Skiverbands Oberfranken mit dem bisher verfolgten Konzept den richtigen und auch erfolgversprechenden Weg bei der alpinen Nachwuchsarbeit eingeschlagen hat. Hierzu gehört u.a. eine intensive Saisonvorbereitung mit einheimischen Trainern an den österreichischen Gletschern und ein stetiger Vergleich mit der starken Konkurrenz aus dem Bayerwald oder dem Alpenraum. Dank gilt den beiden Trainerteams mit denen wir jetzt bereits seit längerem zusammenarbeitet: Peter Gröber und Arnold Span vom Stubai Racing Camp sowie Hannes Pirker und Lukas Mitterer von der Privat-Skischule Skipower.AT im Zillertal.

Bis auf Jaron Hertrich vom Skiclub Münchberg, der sich im November beim Slalomtraining am Stubaier Gletscher eine schwere Schulterverletzung zuzog und über 2 Monate nicht trainieren konnte, blieben die jungen Aktiven im SVO von größeren Verletzung verschont.

Kleiner Ausblick auf die kommende Saison:

Angeboten wurden bisher zwei Sommertrainingseinheiten, eine zweitägige MTB-Tour auf den wunderbaren Trails durch das Fichtelgebirge mit anschließendem Bad im Fichtelsee und einer Übernachtung im Bullhead House auf der Ochsenkopf-Südseite sowie einem gemeinsamen Besuch des Reitstalls Schollenreuth, ebenfalls mit anschließender MTB-Tour zum Auensee. Ein weiterer Termin zum Besuch eines Klettergartens wird gegen Ende der Sommerferien noch folgen.

Auch wenn das erste geplante Schnee-Training für die U12/U10 Kids über den Mai-Feiertag aufgrund der Reiseeinschränkungen bereits abgesagt werden musste und die weitere Entwicklung im Hinblick auf die Corona-Pandemie noch nicht absehbar erscheint, sind die Hausaufgaben für die kommende Trainingsvorbereitung bereits gemacht. Bis Anfang Januar 2021 sind insgesamt 6 weitere mehrtägige Trainingseinheiten, zwei davon wieder in Kooperation mit dem Skiclub Münchberg im Alpenraum geplant, die Zusagen der jeweiligen Trainerteams und die Teilnehmermeldungen der Kids sind bereits erfolgt. Los geht’“ bereits in gut einer Woche mit dem ersten Gletschertraining am 02.09.2020 in Hinter Tux.

Interessant wird sicherlich auch die durch den Skigau Frankenjura angestrebte Trainingskooperation bzw. die initiierte Aufstellung eines leistungssportorientierten

Nordbayerischen Nachwuchsteams mit den Skigauen Oberpfalz, Mittel- und Oberfranken. Eine erste Sichtung hierzu findet am Wochenende über den 3. Oktober 2020 ebenfalls in Hinter Tux statt. Erste Interessensbekundung der in Frage kommenden, oberfränkischen Kandidaten hierfür liegen vor. Allerdings bleibt abzuwarten, ob die Trainingsplanung des zukünftigen Nordbayern Teams sich bereits in dieser Saisonvorbereitung mit unseren eigenen Planungen in Übereinstimmung bringen lassen oder ggf. erst in der übernächsten Saison effektiv greifen kann. Ich persönlich erhoffe mir allerdings auch einen positiven Effekt, was die regelmäßige Trainingsversorgung im heimischen Fichtelgebirge im Winter angeht. Die Herausforderung zur Generierung von jungem Trainernachwuchs im SVO bleibt weiterhin bestehen.

Die fleißigsten Rennläufer des oberfränkischen U12/U10 alpinen Nachwuchsteams konnten in der abgelaufenen Saison 2019/2020 trotz des ausbleibenden Winters rund 50 Skitage verzeichnen – alle fast ausschließlich in der Ferne. Nichtsdestotrotz bleibt natürlich zu hoffen, dass der kommende Winter wieder viel mehr Schnee mit sich bringt, so dass ein regelmäßiger Trainings- und Rennbetrieb auch in der heimatlichen Region wieder möglich wird. Zunächst gilt es aber gesund zu bleiben und die Pandemie weiterhin bestmöglich in den Griff zu bekommen bzw. damit umgehen zu lernen. Angesichts der wieder steigenden Infektionszahlen sowohl in DEU als AUT bleibt dies sicherlich spannend.

Alexander Kolb

skiverband