Skiverband Oberfranken – Jahreshauptversammlung 2020 am 16.10.2020 in Bischofsgrün

Autor:  Fritz Schwärzer

Eine Ära ging zu Ende. Rolf Feuchtenberger aus Bayreuth, der 14 Jahre 1. Vorsitzender des Skiverbandes Oberfranken (SVO) war, kandidierte nicht mehr. Sein Nachfolger wurde der frühere Bürgermeister von Bischofsgrün, Stephan Unglaub.

Der SVO hat 83 Vereine mit 8689 Mitgliedern, größter Verein ist der WFC Coburg-Neukirchen mit 737 Mitgliedern.

Feuchtenberger sagte in seinem letzten Bericht, dass der fehlende Schnee das Hauptproblem in der vergangenen Saison war. Für ihn sei die Nachwuchsarbeit am wichtigsten und er zählte auch nachfolgend die Besten daraus auf. So die Kaderangehörigen Simon Hüttel (Nord. Kombination), Kim Hager, Marius Kastner (beide Skilanglauf), Selina Kastl, Elisabeth Schmidt (beide Biathlon) und Mia Grempel (Snowboard).

Problematisch ist nach wie vor die brachliegende 45 Meter-Schanze in Warmensteinach, wo es aber in Verhandlungen mit der beklagten und klagenden Baufirma Anzeichen für eine Fortführung der Baumaßnahmen gibt. Der Bayerische Skiverband soll hier unterstützt haben.

Der Alpinsportwart Günter Siegl, Selb, meinte, dass der Winter der keiner war, keine Rennen zuließ – auch nicht in angrenzenden Skigebieten. So musste in die Alpenregion ausgewichen werden. Jedoch gibt es zehn bis zwölf junge Sportler*innen die trotzdem gute Erfolge dort erzielten und oft auf dem Podest standen. Finanziell sind die Maßnahmen sehr teuer und nicht ewig finanzierbar. Ein Aushängeschild ist Jakob Schramm, Eppenreuth/Hof, Mitglied im B-Kader und er war Starter bei der Junioren – WM. Er startet mittlerweile für den SC Bad Aibling, was den Oberfranken weh tut. Er hat das Talent vielleicht sogar mal im Welt-Cup zu starten und wäre momentan der beste deutsche Abfahrer.

Im Langlaufbereich, so berichtete stellvertretend Landestrainer Stephan Popp, sei man nach wie vor hervorragend aufgestellt und bildet in Bayern nach dem Allgäu und mit dem Chiemgau das drittstärkste Team. Motivierte Trainer (Kade, Weiß und Lena Schultes) bieten hohe Qualität. Allein13 Langläufer*innen befinden sich in Kadern.

Biathlon, so Sportwart Hans Braun, litt ebenfalls unter dem schlechten Winter und oft wurden Wettkämpfe nach Tirol verlegt was auch hohe Kosten ausmacht. 16 Sportler*innen ausgestattet mit Luftgewehr und nachfolgend mit dem KK zeigten Spitzenergebnisse.

Kommissarisch deckte Rolf Feuchtenberger den Bereich Skispringen und nordische Kombination mit ab. Er baut nach wie vor auf Simon Hüttel (Weißenstadt), dass dieser nach einer Verletzungspause wieder im Weltcup starten darf. Mit Timo Häfner und Emil PAUL (beide Warmensteinach) kommen hoffnungsvolle Nachwuchskräfte nach.

Der Bayerische Skiverband (BSV) war durch seinen 2. Geschäftsführer Dominik Feldmann vertreten. Er sprach von 256.000 Mitgliedern im BSV und einem Zuwachs von 2.000, aber von weniger Vereinen. Der BSV will seine Vereine total unterstützen und ist auch laufend in den Regionen vor Ort. Der Verbandstag in einer Woche wird virtuell ablaufen müssen und nur mit ranghohen Vertretern vor Ort in München sein. Erschreckend sei für ihn die neue Studie über sexuelle Gewalt wo höchste Aufmerksamkeit notwendig sein muss.

Prominenter Gast zur SVO-JHV war der Teamchef der deutschen Nationalmannschaften der Skispringer und nordisch Kombinierten, Horst Hüttel aus Wunsiedel.

Er sprach von einer Ära des Rolf Feuchtenberger und sicherte der Region seine volle Unterstützung zu, damit es hier bestens weitergeht.

Auch die Lehrwesen zur Aus- und Fortbildung waren mit Uli Flurschütz (nordisch) und Thomas Braun (alpin) vertreten und beide sprachen von hervorragend aufgestellten Übungsleitern und auch neuen Lehrgangsangeboten.

In seinem Kassenbericht sagte Johann Häfner (Bischofsgrün), dass er sein Amt nach 16 Jahren abgibt.

Er hielt in den vier Sparten des SVO mit gedeckelten Etats die Kosten im Blick und kann ein gutes Polster an seine Nachfolgerin weitergeben.

Zu der neuen Satzung im SVO gab es einen Antrag aus Coburg-Neukirchen, der intensiv diskutiert und letztendlich einvernehmlich abgesegnet wurde. Hier erwies sich das Vorstandsmitglied und die rechtskundige Ilka Stascheit-Deml als professionelle Kraft.

Ein Höhepunkt der JHV war die einstimmige Ernennung von Rolf Feuchtenberger zum Ehrenvorsitzenden. Schatzmeister Johann Häfner hielt die Laudatio nicht nur über Feuchtenbergers 14-jährigen SVO-Vorsitz, sondern auch über dessen frühere sportliche Laufbahn, über internationale Funktionärseinsätze für den DSV in der ganzen Welt bis hin zu bundesdeutschen Aufgaben im Skiverband. Er war auch Vizepräsident im BSV.

Zuletzt wurden Johann Häfner noch mit dem Ehrenbrief des Deutschen Skiverbandes (DSV) und Max Wirth (Naila) mit dem des BSV ausgezeichnet.

Sodann folgten die Neuwahlen, wo offen abgestimmt werden konnte. Allen nachfolgend Gewählten wurde einstimmig vertraut.

Neuer 1. Vorsitzender ist nun der Bischofsgrüner Stephan Unglaub.

Die beiden Stellvertreter sind Christine Hofmann (Münchberg) und Reinhard Dörfler (Warmensteinach).

Schatzmeisterin ist jetzt Ilka Stascheit-Deml (Oberwarmensteinach), stellvertretend Gabriele Wagner (Bischofsgrün).

Schriftführerin wurde Dorothea Häfner (Warmensteinach), Stellvertreter Günter Siegl (Selb).

Stephan Unglaub hat in seiner Antrittsrede als neuer Vorsitzender angekündigt, dass er in der nächsten Zusammenkunft die Strategievorstellungen diskutieren und festlegen will und auch der Verbandsausschuss mit den der Referenten und Teamleiter*innen zur Gründung ansteht.

Für ihn stehe im Vordergrund der Sport. Erfolge und langfristige Sicherung der Nachwuchsarbeit mit der Festigung des nordischen Landesleistungszentrums und der Integrierung des Standortes Neubau mit seiner Rollerbahn.

Er möchte einiges auf neue Füße stellen und auch bestehende Vorurteile abbauen. Für ihn ist die Basis wichtig und er will dass alte Zöpfe abgeschnitten werden. Er vertritt den offenen Dialog. Sein Ziel sei es – noch besser zu werden!

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